BFH gibt grünes Licht für Cash-GmbH

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Um Vermögen erbschaftsteuerfrei übertragen zu können wurden in der Praxis Cash-GmbH's als Gestaltungsinstrument gegründet. Der BFH hat diese Gestaltung in seinem Vorlagebeschluss nun ausdrücklich gebilligt. Ein Risiko verbleibt.

Um Vermögen erbschaftsteuerfrei übertragen zu können wurden in der Praxis Cash-GmbH's als Gestaltungsinstrument gegründet. Der BFH hat diese Gestaltung in seinem Vorlagebeschluss nun ausdrücklich gebilligt. Ein Risiko verbleibt. 

Bei den Cash-GmbH’s wird Barvermögen in die GmbH eingebracht, an der der Steuerpflichtige zu 100 % beteiligt ist. Überträgt er nun seine GmbH-Anteile auf seine Kinder, wird begünstigtes Betriebsvermögen übertragen - weil Bargeld und Bankguthaben derzeit nicht zum schädlichen Verwaltungsvermögen i.S.d. § 13b Abs. 2 Nr. 4 ErbStG zähen - und dies bei einem Verschonungsabschlag von 100 % völlig erbschaftsteuerfrei. 

Restrisiko durch Gesamtplan
Auch wenn der BFH in der Anwendung der Cash-GmbH nicht von einer missbräuchlichen Gestaltung i.S.d. § 42 AO ausgegangen ist, bleibt ein Risiko, wenn der Steuerpflichtige das Barvermögen in naher Zukunft in Verwaltungsvermögen (z.B. fremd vermietete Grundstücke) umschichtet. Hier könnte dann die Finanzverwaltung von einem sog. Gesamtplan ausgehen. Dementsprechend sollte hier mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden und nicht vor Ablauf einer „Schamfrist“ (z.B. 2 Jahre; BFH-Urteil vom 18.01.2011 IV R 58/1999) eine Umschichtung ins Auge gefasst werden 

(Vgl. Maack/Römer DStR 2013 S. 80). 

Letzte Entscheidung liegt beim BVerfG
Das BVerfG wird über den Vorlagebeschluss nun entscheiden müssen. 

Fundstelle: BFH Vorlagenbeschluss vom 27.09.2012 II R 9/11

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