Betriebsveranstaltungen - Änderung bei Vorsteuerabzug! Was ist bei der Verbuchung der Rechnung zu beachten?

Die Weihnachtsfeier war feuchtfröhlich und nun liegt die Rechnung vor. Was ist zu beachten? Dem Arbeitnehmer wird ein Freibetrag von 110 EUR gewährt. Wird dieser nicht überschritten, handelt es sich um eine Aufmerksamkeit - es liegt kein Arbeitslohn vor und der volle Vorsteuerabzug wird gewährt.

Wird der Freibetrag von 110 EUR allerdings überschritten, ist der übersteigende Betrag dem Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil beim Arbeitslohn hinzuzurechnen. Der Unternehmer kann aus den gesamten Aufwendungen keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Eine umsatzsteuerpflichtige Entnahmebesteuerung erfolgt auch nicht mehr.

Der BFH hatte in 2013 seine bisherige Rechtsprechung zum Thema Betriebsveranstaltungen zugunsten der Steuerpflichtigen geändert. Daraufhin wurde ab 01.01.2015 in § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG die Behandlung von Betriebsveranstaltungen neu geregelt. Die bisherige Freigrenze von 110 EUR wurde zum Freibetrag. Übersteigen die Aufwendungen des Arbeitgebers pro teilnehmendem Arbeitnehmer diesen Betrag, so unterliegt nur der übersteigende Teil der Lohnsteuer.

Umsatzsteuerlich ist bei Überschreiten des Freibetrages von 110 EUR von einer Mitveranlassung des Arbeitnehmers durch die Privatsphäre auszugehen. Für den Arbeitgeber besteht kein Anspruch auf Vorsteuerabzug mehr. Dementsprechend unterbleibt aber auch die bisherige Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe. Vorteilhaft ist die Beurteilung bei steuerfreien Leistungen - z.B. einem Theaterbesuch - Umsatzsteuer muss nicht gezahlt werden und die Entnahmebesteuerung ist entfallen.

Zusammenfassung
Die Besteuerung von Betriebsveranstaltungen wird durch die unterschiedliche Anwendung von Freibetrag und Freigrenze in der Praxis noch komplizierter. Während sich lohnsteuerlich ein geringfügiges Überschreiten des Freibetrags kaum auswirkt, führt es umsatzsteuerlich zum vollständigen Verlust des Vorsteuerabzugs. Versuchen Sie es positiv zu sehen: Bei qualifizierter Beratung in Punkto Betriebsveranstaltung haben Sie alles im Griff.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 14.10.2015 IV C 5 - S 2332/15/10001
Abschn. 15.15 UStAE

zur Übersicht