Betriebsprüfung durch die deutsche Rentenversicherung - Gesellschafter-Geschäftsführer (Beteiligung 50 %) als geringfügig Beschäftigter?

Einem Gesellschafter-Geschäftsführer wird ein Gehalt von 450 EUR gezahlt - er wird bei der Lohnabrechnung als geringfügig Beschäftigter eingestuft - Beiträge zur Bundesknappschaft werden abgeführt. Ist das richtig? Die Prüferin sagt: Nein!

Ist der Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 % an der GmbH beteiligt ist er - aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht - grundsätzlich kein Arbeitnehmer. Eine Anmeldung bei der Bundesknappschaft darf also nicht erfolgen.

Steuerrechtlich kann er grundsätzlich 450 EUR Gehalt bekommen - die entweder

  • der Lohnsteuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Gesellschafters-Geschäftsführers zu unterwerfen sind,
  • oder nach § 40a EStG mit 20 % pauschal versteuert werden können - dabei darf der Stundenlohn von 12 EUR aber nicht überschritten werden,
  • und bitte auch an die Überprüfung der Angemessenheit denken - es muss wohl auch hier Fremdvergleich erfolgen. 

Bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung ist die Beteiligungshöhe von mindestens 50 % maßgebend. Bei der steuerrechtlichen Beurteilung handelt es sich bei mehr als 50 % Beteiligung um einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer - was an der Beurteilung grundsätzlich aber nichts ändert. Nur die weiteren Kriterien - klar und eindeutig im Voraus und tatsächliche Durchführung - sind zu beachten.

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