Beteiligt sich das Finanzamt zukünftig mehr an den Kosten für Home Office?

Haas - Steuernachrichten

Ein Großteil der Arbeitnehmer sitzt seit Beginn der Corona Pandemie im Home Office. Die Voraussetzungen für den Abzug der Kosten haben sich nicht geändert und liegen bei vielen oftmals nicht vor. Warum Sie allerdings trotzdem alle Belege sammeln sollten.

Bisher gilt für das für das als Home Office eingerichtete Arbeitszimmer folgendes:

  1. Der Raum muss büromäßig eingerichtet sein und darf nur ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden. Die Kosten für eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder Küche sind damit nicht absetzbar.
  2. Stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit dar, sind die Aufwendungen unbegrenzt abziehbar.
  3. Stellt das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, aber steht in der weiteren Zeit kein Arbeitsplatz zur Verfügung, ist der Abzug der Aufwendungen auf 1.250 EUR jährlich begrenzt. Dies ist z. B. bei Lehrern meistens der Fall. 

Corona hat jetzt aber dazu geführt, dass viele Arbeitnehmer in der letzten Zeit gezwungen waren, ihr Wohnzimmer oder den Küchentisch zum Home Office umzufunktionieren. Viele Unternehmen planen auch nach Corona weiter auf Home Office zu setzen. So hat z. B. Siemens gerade angekündigt seine Mitarbeiter auch künftig zwei bis drei Tage die Woche von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Bei vielen Arbeitnehmern trifft das auch durchaus auf positive Resonanz. Es kommt allerdings schnell die Frage auf, inwiefern die Kosten für das Home Office in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können. Bei den bisherigen Corona Förderungen war davon noch keine Rede. Hessen und Bayern haben allerdings gerade angekündigt, dass sie sich dafür einsetzen wollen, dass mehr Menschen ihr Home Office von der Steuer absetzen können und das möglichst unbürokratisch, evtl. sogar als Pauschale. Es bleibt spannend, was hierzu noch diskutiert und entschieden wird. Sammeln Sie aber am besten alle Belege und notieren Sie die Tage, an denen Sie im Home Office waren, so dass Sie je nach Regelung möglichst viele Kosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend machen können. Übrigens: Kosten für Arbeitsmittel, die Sie beruflich benötigen, wie z. B. Headset, Webcam, Drucker und ähnliches sind immer als Werbungskosten abziehbar.

Hinweis:

Zu unterscheiden vom Home Office ist das Mobile Office, d. h. dem Arbeitgeber ist es egal, wo, wie und wann Sie ihre Arbeit erledigen. Sie sind also in der komfortablen Situation, dass Sie von überall aus arbeiten können, also z. B. im Café oder am See. Dann können natürlich keine Kosten für das Home Office geltend gemacht werden, denn hier gibt es mit dem Arbeitgeber keine klare Vereinbarung dazu, dass Sie von zu Hause aus arbeiten sollen. Die Kosten für Arbeitsmittel wie Laptop, Webcam u. ä. können auch Sie aber natürlich absetzen.

Fundstelle

FAZ Artikel vom 12.09.2020

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