Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung eines steuerlich zu berücksichtigenden Kindes als Vorsorgeaufwendungen bei den Eltern

Einkommensteuer

Derzeit ist nicht geklärt, ob die auf der Lohnsteuerbescheinigung des Kindes ausgewiesenen Versicherungsbeiträge bei den Eltern auch dann als Sonderausgaben berücksichtigt werden, wenn die Eltern die Beiträge nicht erstattet haben.

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 EStG gelten auch die vom Steuerpflichtigen im Rahmen der Unterhaltsverpflichtung getragenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung eines steuerlich zu berücksichtigenden Kindes als eigene Beiträge des Steuerpflichtigen.

Dazu gehören grundsätzlich auch die auf der Lohnsteuerbescheinigung des Kindes ausgewiesenen Pflichtbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Nach bisheriger Verwaltungsauffassung können diese Aufwendungen bei den Eltern aber nur berücksichtigt werden, wenn sie die Beiträge tatsächlich dem Kind erstattet haben und insoweit tatsächlich wirtschaftlich belastet sind.

Auf Bund-Länder-Ebene wird derzeit geklärt ob die Eltern bereits dann die Aufwendungen tragen, wenn sie ihrer Unterhaltsverpflichtung nachkommen.

In solchen Fällen sollte Einspruch eingelegt werden. Die Bearbeitung wird bis zur Klärung allerdings zurückgestellt.

Fundstelle: OFD Münster, Kurzinformation vom 25.05.2011

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