Bauleistung: Installation von Photovoltaikanlagen

Umsatzsteuer

Die Finanzverwaltung hat ihre Auffassung geändert: Die Installation von Photovoltaikanlagen ist nun als eine Bauleistung einzuordnen. Dies gilt sowohl für die Bauabzugssteuer gem. § 48 EStG als auch für die Umkehr der Steuerschuldnerschaft gem. § 13b UStG.

Das BMF hat im Schreiben vom 28.07.2015 klargestellt, dass es sich auch bei Leistungen an einer Betriebsvorrichtung um eine Bauleistung im Zusammenhang mit einem Grundstück handeln kann. Nach unionsrechtlichen Vorgaben ist eine Betriebsvorrichtung kein Grundstück, wenn sie nicht auf Dauer installiert wurde oder bewegt werden kann und das Gebäude bzw. Bauwerk dadurch nicht zerstört oder verändert wird.

Das Bayerische Landesamt für Steuern hat mit seiner Verfügung vom 16.09.2015 ausgeführt, dass auch die Installation von Photovoltaikanlagen eine Bauleistung darstellt. Dies gilt sowohl für Photovoltaikanlagen an oder auf einem Gebäude als auch für Freilandphotovoltaikanlagen.

Zum einen hat diese Beurteilung Auswirkung auf den Steuerabzug gem. § 48 EStG, wonach eine Bauleistung im Inland an einen Unternehmer gem. § 2 UStG oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts dem Steuerabzug i.H.v. 15 % unterliegen und zum anderen auf die Umkehr der Steuerschuldnerschaft gem. § 13b UStG.

Es wird nicht mehr an der Auffassung festgehalten, dass Photovoltaikanlagen als Betriebsvorrichtungen nicht als ein Bauwerk anzusehen sind.

Für die Praxis bedeutet das zum einen, dass der Leistungsempfänger die Bauabzugssteuer in Höhe von 15 % der Brutto-Rechnungssumme einbehalten und abführen muss, sofern ihm der leistende Unternehmer nicht die Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG vorlegt.  

Zum anderen ist für die Installation der Photovoltaikanlage eine "Netto-Rechnung" mit Hinweis auf § 13b UStG auszustellen, sofern der Leistungsempfänger ebenfalls ein Bauleister ist. Sollte in solchen Fällen in der Rechnung die Umsatzsteuer offen ausgewiesen werden, liegt ein Fall des § 14c UStG vor und die Umsatzsteuer muss abgeführt werden. Der Leistungsempfänger hat jedoch keinen Vorsteuerabzug.

Die neue Rechtsauffassung ist ab dem 01.01.2016 zwingend anzuwenden. 

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 28.07.2015 III C 3 - S 7279/14/10003,
LfSt Bayern, Verfügung vom 16.09.2015 S 2272.1.1-3/8 St 32

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