Badmodernisierung als Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers

Einkommensteuer

Renovierungskosten für ein Badezimmer können anteilig als Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer abzugsfähig sein. Zu diesem Ergebnis kommt das Finanzgericht Münster.

Hintergrund
Betriebsausgaben sind gem. § 4 Abs. 4 EStG Aufwendungen, die betrieblich veranlasst sind. Dazu gehören vom Grundsatz her auch Aufwendungen für ein betrieblich genutztes Arbeitszimmer.

Voraussetzung ist, dass das Arbeitszimmer ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich oder beruflich genutzt wird.

Sachverhalt
Der Kläger war im Streitjahr als selbständiger Steuerberater tätig. Für seine Steuerberatertätigkeit nutzte er ausschließlich ein häusliches Arbeitszimmer in dem mit seiner Ehefrau bewohnten Einfamilienhaus. Auf das Arbeitszimmer entfielen rund 8 % der gesamten Wohnfläche.

Die Eheleute bauten ihr Badezimmer behindertengerecht um. Dabei wurden unter anderem die Badewanne durch eine Dusche ersetzt, Fußbodenheizung und Sanitäreinrichtungen erneuert sowie Maurer-, Maler- und Bodenarbeiten durchgeführt.

Von den Umbaukosten machten die Eheleute einen Anteil von 8 % für das häusliche Arbeitszimmer bei den Einkünften aus selbstständiger Arbeit als Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt lehnte die steuerliche Berücksichtigung der anteiligen Modernisierungskosten ab.

Entscheidung
Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass die Modernisierungskosten anteilig dem Arbeitszimmer des Klägers zuzurechnen sind. Durch die Modernisierung des Badezimmers sei derart in die Gebäudesubstanz eingegriffen worden, dass der Umbau den Wert des gesamten Wohnhauses erhöht hat.

Vermeidung von Wertungswidersprüchen
Der anteilige Betriebsausgabenabzug sei zudem auch geboten, um Wertungswidersprüche zu vermeiden. Das häusliche Arbeitszimmer ist Teil des Betriebsvermögens des Klägers. Bei einer späteren Entnahme aus dem Betriebsvermögen würde ein Anteil von 8 % des Gebäudewertes als zu versteuernder Entnahmewert angesetzt. Die vorgenommene Modernisierung des Badezimmers erhöht dauerhaft den Gebäude- und damit auch den Entnahmewert.

Außerdem müssten Wertungswidersprüche im Vergleich mit anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S.v. § 6 Abs. 1 Nr. 1a Satz 1 EStG vermieden werden. Hätten die Eheleute die Modernisierungsmaßnahmen innerhalb der ersten 3 Jahre nach Anschaffung des Wohnhauses durchgeführt, wären die Kosten als anschaffungsnahe Herstellungskosten über die Gebäudeabschreibung anteilig als Aufwendungen des Arbeitszimmers zu berücksichtigen gewesen.

Fundstelle
FG Münster, Urteil vom 18.03.2015 11 K 829/14 E, Pressemitteilung vom 04.05.2015, Revision zugelassen

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