Aufzeichnungspflicht bei Hosentasche als Kasse

Haas - Steuernachrichten

Auch für Hosentaschenkassen, die meistens in der Buchführung über Entnahme- und Einlagekonten abgewickelt werden, entfallen die Aufzeichnungspflichten nicht.

Max betreibt einen Nutzfahrzeughandel mit Bussen. Der Großteil der Kunden bezahlt den Kaufpreis per Banküberweisung. Einige Kunden bezahlen laut den Ausgangsrechnungen den Kaufpreis jedoch bar. Max führt keine Kasse. Die Barentnahmen und -einlagen werden lediglich über ein Buchhaltungskonto erfasst, dass einen negativen Bestand von 100.000 EUR ausweist.

Die Pflicht zur Erfassung der Bareinnahmen nach § 146 Abs. 1 Satz 2 AO entfällt auch nicht bei Nichtvorliegen einer Ladenkasse. Der Begriff der Kasse ist weit zu verstehen und umfasst alle Behälter, in denen Bargeld aufbewahrt werden kann. Deshalb kann auch eine Hosentasche als Kassenbehältnis angesehen werden.

An diesem Fall sollte klar werden, dass auch bei Hosentaschenkassen die notwendigen Aufzeichnungspflichten zu befolgen sind. Ansonsten führt es dazu, dass die Aufzeichnungen nach § 158 AO nicht für die Besteuerung herangezogen werden können und die Buchführung zumindest teilweise verworfen werden kann. Bei nicht bargeldintensiven Mandanten mag das i. d. R. nicht so in Gewicht fallen. Ein Vorgehen, wie im Urteilsfall, sollte aber in jedem Fall vermieden werden.

Fundstelle

Beschluss des FG Hamburg, 28.02.2020, 2 V 129/19

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