Aufwendungen zur Beseitigung nachträglich eingetretener Schäden

Einkommensteuer

Aufwendungen eines Vermieters zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter nach Erwerb einer Eigentumswohnung verursacht hat, sind sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abzugsfähig. Es liegen keine anschaffungsnahen Herstellungskosten vor.

Sobald einem Vermieter Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die durch den Mieter nach Erwerb einer Eigentumswohnung verursacht worden sind, entstehen, kann er diese sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuerlich geltend machen. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden.

Gemäß der einkommensteuerrechtlichen Regelungen gilt, dass Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen, die innerhalb von 3 Jahren nach Anschaffung eines Gebäudes durchgeführt werden, zu den Herstellungskosten des Gebäudes zählen. Voraussetzung ist, dass diese Aufwendungen 15 % der Gebäudeanschaffungskosten übersteigen. In diesem Fall können die Aufwendungen nicht sofort steuerlich geltend gemacht werden, sondern sind nur über die Gebäudeabschreibung abzugsfähig (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG, anschaffungsnahe Herstellungskosten).

Im Jahr 2007 erwarb der Vermieter eine Eigentumswohnung. Die Wohnung befand sich in gutem Zustand. Das bestehende Mietverhältnis wurde vom Vermieter übernommen. Ungefähr ein Jahr später kündigte der Vermieter das Mietverhältnis. Die Wohnung war zu diesem Zeitpunkt stark beschädigt (Schimmel, defekte Bodenfliesen, eingeschlagene Fensterscheiben, Wasserschaden). Für die Beseitigung der Schäden hat der Vermieter ca. 20.000 EUR aufgewendet, die er in seiner Einkommensteuererklärung als sofort abzugsfähige Werbungskosten geltend gemacht hat. Das Finanzamt versagte den Werbungskostenabzug und behandelte die Aufwendungen als anschaffungsnahe Herstellungskosten.

Das Finanzgericht Düsseldorf hat zugunsten des Vermieters entschieden und den sofortigen Abzug der Werbungskosten zugelassen, obwohl hier die 15 %-Grenze überschritten war.

Die Vorschrift des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG ist einzugrenzen. Der Gesetzgeber wollte mit dieser Regelung keine Aufwendungen zur Schadensbeseitigung aufnehmen. Es könnte bei einem derartigen Substanzverlust wie im vorliegenden Fall ebenso eine Absetzung für außerordentliche Abnutzung in Frage kommen. Das würde ebenfalls zu einem sofortigen Aufwand führen. Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung ist es daher gerechtfertigt, Erhaltungsaufwendungen für nachträgliche Schäden stets zum sofortigen Abzug zuzulassen.

Fundstelle
FG Düsseldorf, Urteil vom 21.01.2016 11 K 4274/13 E,
Pressemitteilung vom 04.03.2016, Revision zugelassen

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