Aufstockung von Investitionsabzugsbeträgen

Einkommensteuer

Das BMF hat mit Schreiben vom 15.01.2016 mitgeteilt, dass ein in früheren Jahren gebildeter Investitionsabzugsbetrag i.S.d. § 7g EStG innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums unter bestimmten Voraussetzungen aufgestockt werden kann. Damit schließt sich das BMF dem in 2014 ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofs an.

Das Bundesministerium für Finanzen hat mit Schreiben vom 15.01.2016 mitgeteilt, dass ein in früheren Jahren gebildeter Investitionsabzugsbetrag (IAB) i.S.d. § 7g EStG innerhalb des 3-jährigen Investitionszeitraums unter bestimmten Voraussetzungen aufgestockt werden kann. Damit schließt sich das BMF dem in 2014 ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofs an.

Der IAB kann grundsätzlich bis zu einem Betrag i.H.v. 200.000 EUR je Betrieb gebildet werden.

Voraussetzung für die Aufstockung in einem späteren Jahr ist, dass die Betriebsgrößenmerkmale im Jahr der Erhöhung nicht überschritten werden.

Die Größenmerkmale betragen:

  • bei Gewerbebetrieben oder Selbstständigen, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG ermitteln, ein Betriebsvermögen bis zu 235.000 EUR;
  • bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft ein Wirtschaftswert oder ein Ersatzwirtschaftswert bis zu 125.000 EUR oder
  • bei Betrieben, die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln, ohne Berücksichtigung der Investitionsabzugsbeträge, ein Gewinn von maximal 100.000 EUR.

Eine Aufstockung des IAB scheidet aus, sollte sie nachträgliche Einkommenserhöhungen erkennbar ausgleichen, beispielsweise im Rahmen einer Betriebsprüfung. Ebenfalls ausgeschlossen ist die Erhöhung, wenn im Jahr der Antragstellung (Abgabe der Steuererklärung in 2015 für das Kalenderjahr 2013) die Investitionsfrist (2012 bis 2014) bereits abgelaufen ist und keine Anschaffung erfolgte.

Im Jahr der Anschaffung wird bei nicht vollständiger Inanspruchnahme zunächst der zeitlich am frühesten gebildete IAB aufgelöst. Somit wird der in einem Folgejahr gebildete Aufstockungsbetrag rückgängig gemacht.

Beispiel aus dem BMF-Schreiben:

IAB, gebildet 2012:  4.000 EUR
IAB, gebildet 2013:  2.000 EUR
Investition in 2015: 12.000 EUR
Hinzurechnung 2015 i.H.v. 40 %: 4.800 EUR
Rückgängigmachung i.H.d. Differenzbetrages 2013: 1.200 EUR

Damit ist die Veranlagung des Jahres 2013 durch das Finanzamt um 1.200 EUR gewinnerhöhend zu ändern.

Hinweis
Die Aufstockung in einem späteren Jahr hat keinen Einfluss auf die Dauer des Investitionszeitraums. Dieser beträgt immer 3 Jahre, beginnend ab dem Wirtschaftsjahr der ersten Bildung.
Ferner können Investitionsabzugsbeträge immer nur für zukünftige Anschaffungen gebildet werden, eine Erhöhung im Jahr der Anschaffung scheidet damit aus. 

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 15.01.2016 IV C 6 - S 2139-b/13/10001

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