Arbeitszimmer im Keller: Handelt es sich noch um ein häusliches Arbeitszimmer?

Einkommensteuer

Das Finanzgericht Nürnberg hat entschieden, dass es sich bei einem im Keller gelegenen Arbeitszimmer grundsätzlich um ein häusliches Arbeitszimmer handelt mit der Folge der Abzugsbeschränkung auf 1.250 EUR jährlich. Kellerräume stehen als Zubehörräume in aller Regel in räumlicher Verbindung mit der Wohnung der Steuerpflichtigen.

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmers sind steuerlich grundsätzlich nicht abzugsfähig, es sei denn dem Steuerpflichtigen steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung (§ 9 Abs. 5 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG).

Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers ist gesetzlich nicht geregelt. Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs handelt es sich um einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient. Nicht als häusliches Arbeitszimmer gelten jedoch Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, wie beispielsweise Lager- oder Ausstellungsräume. Dies gilt selbst dann, wenn sie ihrer Lage nach mit dem Wohnraum des Steuerpflichtigen verbunden und so in dessen häusliche Sphäre eingebunden sind.

Im entschiedenen Fall war der unbeschränkte Abzug von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer strittig. Der Kläger, ein Berufsschullehrer, besaß ein Zweifamilienhaus, in dem sich zwei getrennte Wohnungen befanden sowie jeweils dazugehörige Kellerräume. Eine Wohnung bewohnte er, die andere hatte er fremd vermietet. Das im Keller gelegene Arbeitszimmer war sowohl über den gemeinsamen Hausflur zu erreichen als auch über die von ihm alleine genutzten weiteren Kellerräumlichkeiten.

Dieser Umstand war ausschlaggebend für die Entscheidung des Finanzgerichts Nürnberg, dass das Arbeitszimmer, obwohl in einem anderen Stockwerk als die Wohnung gelegen, noch der häuslichen Sphäre des Klägers zuzurechnen ist und es sich daher um ein häusliches Arbeitszimmer handelt. Der Abzug von Aufwendungen ist auf 1.250 EUR jährlich beschränkt.

Im Einzelfall kann es an einer räumlichen Verbindung zwischen der Wohnung und dem Arbeitszimmer fehlen. In diesem Fall ist dieser Umstand jedoch nicht gegeben.  

Fundstelle
FG Nürnberg, Urteil vom 12.11.2015 4 K 129/14, Revision nicht zugelassen

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