Arbeitnehmerbesteuerung: Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn

Haas - Steuernachrichten

Zusatzleistungen des Arbeitgebers zum Arbeitslohn können als Sachbezug unter die 44 EUR-Freigrenze fallen. Zuzahlungen allerdings gelten als Barlohn. Welche Gestaltungsvariante ist für Sie oder Ihren Mandanten interessant?

In gleich zwei Urteilen hat der BFH zur Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn Stellung genommen.

Im ersten Fall schloss der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer eine Zusatzkrankenversicherung ab. Nach dem Arbeitsvertrag stand dem Arbeitnehmer dieser Versicherungsschutz als Lohn zu.

Der Arbeitgeber schloss den Versicherungsvertrag und behandelte den Versicherungsbeitrag als steuerfreien Arbeitslohn, da der Beitrag die 44 EUR-Grenze nicht überschritten hat.

Dieses Vorgehen bestätigte nun der BFH, denn nach dem Arbeitsvertrag schuldet der Arbeitgeber den Versicherungsschutz, der als Sachlohn zu behandeln ist.

Im zweiten Fall jedoch wurde dem Arbeitnehmer nur ein Zuschuss zu einer Zusatzkrankenversicherung angeboten, wenn er diese Versicherung bei einem entsprechenden Vertragspartner abschloss. Hier war der Versicherungsnehmer der Arbeitnehmer, der auch den Beitrag schuldete.

Der Arbeitgeber schuldet lediglich den Zuschuss, er schuldet nicht den Versicherungsschutz. Daher liegt hier, nach BFH, Barlohn vor. Die 44 EUR-Grenze ist unbeachtlich, der Barlohn ist voll steuerpflichtig.

Hier liegt also Gestaltungspielraum. Die Freigrenze von 44 EUR kann durch einen zugesagten Versicherungsschutz erheblich eingegrenzt werden.

Möchte der Arbeitgeber, dass die Arbeitnehmer eine Zusatzkrankenversicherung abschließen, kann er auch einen Zuschuss gewähren, der von vornherein steuerpflichtig ist. Die Freigrenze von 44 EUR könnte dann anderweitig genutzt werden.

Fundstellen

BFH-Urteil, 07.06.2018, VI R 13/16

BFH-Urteil, 04.07.2018, VI R 16/17

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