Arbeitgeber dürfen den Browserverlauf einsehen

Wer an seinem Arbeitsplatz Zugang zum Internet hat, muss damit rechnen, dass der Chef den Browserverlauf auswertet. Die private Internetnutzung im Büro ist grundsätzlich nicht gern gesehen und kann in einigen Fälle sogar zur Kündigung führen.

Wenn geregelt ist, dass eine private Internetnutzung am Arbeitsplatz untersagt ist, ist der Arbeitgeber zur fristlosen Kündigung berechtigt, sofern der Mitarbeiter sich dieser Festsetzung widersetzt. Die Auswertung des Browserverlaufs der Mitarbeiter ist bei einem Verdacht ein durchaus erlaubtes Mittel, um das Ausmaß der privaten Internetnutzung zu beweisen. Zwar ist der Verlauf die Abbildung personenbezogener Daten. Das Bundesdatenschutzgesetz erlaubt die Einsicht jedoch, sofern keine anderen Kontrollmöglichkeiten bestehen.
Also: Stellen Sie in Ihrem Büro klare Regeln auf, was bezüglich der Internetnutzung erlaubt ist und weisen auch auf Ihr Recht zur Überprüfung der Browserverläufe fest. Dann muss niemand zweifeln, was er darf und was nicht.

Fundstelle
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.01.2016 5 Sa 657/15

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