Arbeit als Minijobber

Haas - Steuernachrichten

Ohne Bestimmung der Arbeitszeit droht Verlust des "Minijobber-Status".

Arbeitet jemand in Ihrem Unternehmen (oder im Unternehmen Ihres Mandanten) auf 450 EUR-Basis, sollten Sie (zumindest) auf Folgendes achten:

  • Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit festlegen.
  • Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von 20 Std. als vereinbart (vgl. § 12 Abs. 1 TzBfG).

Beispiel:

Manfred (M) arbeitet laut Personalfragebogen bei der Flexi-GmbH als Minijobber. Es sind 9,19 EUR/Std. Lohn vereinbart. Weitere Vereinbarungen zur Arbeitszeit gibt es nicht.

Ergebnis:

Das Beschäftigungsverhältnis fällt unter die Regelungen des TzBfG (Teil- und Befristungsgesetz). Es gilt seit 01.01.2019 die Vermutung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Std. (§ 12 Abs. 1 TzBfG).

Nach der gesetzlichen Vermutung ergäbe sich eine mtl. Arbeitszeit von 86,67 Std. (20,00 Std. x 13 : 3 = 86,67 Std.). Legt man den Mindestlohn von 9,19 EUR zugrunde, ergibt sich ein Monatslohn von 796,47 EUR. Die Geringverdienergrenze von 450 EUR wäre damit überschritten. Die Sozialversicherungspflicht tritt ein.

Auf Grundlage dieser gesetzlichen Vermutung könnte der Arbeitnehmer Lohn nachfordern. Da bisher keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden, wird die Rentenversicherung die Beiträge nachfordern. Dies kann rückwirkend bis zu 4 Jahre erfolgen.

Fundstelle
Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts - Einführung einer Brückenteilzeit, 11.12.2018, BGBl 2018 I S. 2384

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