Alkohol am „Lenker“ - Radfahrverbot

Sind Sie schon mal betrunken Auto gefahren? Wohl nein. Wie sieht es da aber mit dem Fahrrad aus? Es erscheint oft als die praktische Alternative an einem beschwipsten Abend. Vorsicht ist jedoch geboten!

Ein bislang nicht auffällig gewordener Verkehrsteilnehmer, der mit 1,73 Promille BAK (Blutalkoholkonzentration) auf dem Rad unterwegs war, wurde kürzlich zu einer Geldstrafe von 1.000 EUR verurteilt. Zusätzlich wurde ihm der Führerschein entzogen, das  Fahren mit dem Mofa verboten und sogar das Fahrradfahren untersagt!

Wie konnte es dazu kommen?
Ein BAK von 1,6 Promille oder mehr spricht für ein hohes Maß an Alkoholgewöhnung, die nur durch regelmäßigen hohen Akoholkonsum erreicht werden kann. Es besteht daher die Gefahr, dass die betreffende Person in betrunkenem Zustand auch motorisiert am Straßenverkehr teilnimmt. Ein MPG (medizinisch-psychologisches Gutachten) ist dann notwendig, um diesen Verdacht auszuschließen. Lässt es der zu Begutachtende, wie in diesem Fall, nicht fristgerecht erstellen, erscheinen die Eignungszweifel als bestätigt.
Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Verkehrsmittel die Trunkenheitsfahrt unternommen wurde. Die Sicherheit des Straßenverkehrs ist ab einer bestimmten Alkoholisierung mit jedem Fahrzeug gefährdet. Allein schon aus Gründen dieser Gefahrenabwehr ist auch das Radfahrverbot für den nun als ungeeignet geltenden Fahrer eine angemessene Maßnahme.

Dieser Fall mag auf den ersten Blick recht hart klingen. Doch sieht man sich beispielsweise unser Nachbarland Dänemark an, ändert man seine Meinung schnell. Wird man dort mit 2,0 Promille oder mehr am Steuer erwischt, ist nicht nur der Führerschein weg, sondern seit einer Neuregelung von Juli auch das Auto! 

Fundstelle
Pressemitteilung Nr. 28/14, VG Neustadt a.d. Weinstraße, Beschluss vom 08.08.2014 3 L 636/14.NW

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