Abgeltung von Urlaubsanspruch ist steuerpflichtig

Haas - Steuernachrichten

Auszahlung von Urlaubsabgeltungsansprüchen ist voll steuerpflichtig.

Richard Rücken (R) war ab März 2015 berufsunfähig und später zu 100 % schwerbehindert. Im September 2016 ging er in Rente und besaß noch einen Urlaubsanspruch von 22 Tagen für das Kalenderjahr 2015 und 19 Tagen für das Kalenderjahr 2016. Aufgrund seiner Berufsunfähigkeit konnte R die Urlaubstage nicht mehr nehmen, sodass ihm der Arbeitgeber im Jahr 2016 12.700 EUR als Urlaubsabgeltungsanspruch auszahlte. R war der Auffassung, dass sich der Urlaubsanspruch in einen echten Schadensersatzanspruch gewandelt habe und damit nicht steuerbar sei. In jedem Fall aber handele es sich um außerordentliche Einkünfte nach § 34 EStG

Das Finanzamt lehnte ab und behandelte die Auszahlung als Einkünfte aus nicht-selbstständiger Arbeit, da sich die Vergütung unmittelbar aus dem Arbeitsverhältnis ergeben hat. So sah es jetzt auch das Finanzgericht Hamburg. Ein Urlaubsabgeltungsanspruch stellt keinen Schadensersatzanspruch dar. Er stellt vielmehr eine nachträgliche Lohnzahlung des Arbeitgebers dar. Außerdem stellt ein Urlaubsabgeltungsanspruch für mehrere Jahre auch keine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG dar, sodass eine begünstigte Besteuerung als außergewöhnliche Einkünfte ebenfalls ausscheidet. 

Fundstelle

Urteil des FG Hamburg, 19.03.2019, 6 K 80/18

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