Abfärbetheorie!

Haas - Steuernachrichten

Wann liegt keine Abfärbung vor?

Dazu hat der BFH nunmehr (wohl) dreimal Stellung genommen:

  1. Freiberufliche Einkünfte einer GbR werden nicht nach § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG zu solchen aus Gewerbebetrieb umqualifiziert, wenn die daneben erzielten Nettoumsatzerlöse aus der gewerblichen Tätigkeit 3 % der Gesamtnettoumsatzerlöse der Gesellschaft und den Betrag von 24.500 EUR im VZ nicht übersteigen (ständige Rechtsprechung).
  2. Keine Abfärbewirkung der gewerblichen Einkünfte im Sonderbereich (SBV) eines Gesellschafters auf die freiberuflichen Einkünfte der Gesellschaft (BFH-Urteil vom 28.06.2006 XI R 31/05, BStBl 2017 II S. 378).
  3. Negative Einkünfte (Verluste) aus einer gewerblichen Tätigkeit führen nicht zu einer Umqualifizierung der (zumindest) vermögensverwaltenden Einkünfte (VuV) der GbR.

Dieses aktuelle Urteil ist zu Vermietungseinkünften ergangen und stellt eine Ausweitung der BFH-Rechtsprechung dar.

Fundstelle
BFH-Urteil, 12.04.2018, IV R 5/15, DStR 2018 S. 1421

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