8 Dinge, die Sie bei der Erstellung eines Jahresabschlusses beachten sollten

Buchhaltung und Bilanzierung

Bei der Erstellung eines Jahresabschlusses sollten Sie folgende 8 Dinge beachten:

1.   Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in Handels- und Steuerrecht

Bei der Erstellung eines Jahresabschlusses haben Kaufleute sowohl die Vorschriften des Handels- als auch des Steuerrechts zu berücksichtigen. Sowohl bei der Bilanzierung als auch bei der Bewertung sind abweichende Vorschriften in Handels- und Steuerrecht zu beachten. Teilweise bestehen zwingende Abweichungen zwischen der Handels- und der Steuerbilanz, teilweise können Wahlrechte durch den Bilanzierenden ausgeübt werden.

2.   Abgrenzung von Erhaltung, Anschaffung und Herstellung

Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung sind einzelne Sachverhalte danach zu beurteilen, ob es sich Aufwendungen für die Erhaltung oder ob es sich um nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten handelt.

3.   Bewertung des Vorratsvermögens unter Anwendung von Bewertungsvereinfachungen

Bei der Bewertung des Vorratsvermögens erlauben es die Vorschriften des Handels- und Steuerrechts bei der Bewertung des Vorratsvermögens Bewertungsvereinfachungen (z.B. Festwert- oder LIFO-Verfahren) in Anspruch zu nehmen.

4.   Abschreibungen auf Forderungen und Vorräte

Zum Bilanzstichtag sind Forderungen und Vorräte auf Wertminderungen zu überprüfen. Liegen Wertminderungen vor, sind handels- und steuerrechtliche Vorschriften gesondert anzuwenden. Während bei Forderungen Einzel- und Pauschalwertberichtigungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses ein Thema sein können, ist bei der Bewertung von Vorräten bspw. auch ein Zusammenhang mit Drohverlustrückstellungen möglich. 

5.   Erfassung von Privatentnahmen und Nutzungsentnahmen

Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung sind Privatentnahmen und Nutzungsentnahmen (z.B. private KFZ-Nutzung) ertragsteuerlich und umsatzsteuerlich zu würdigen, sofern dies nicht bereits unterjährig erfolgt ist.

6.   Korrekte Verbuchung von Anzahlungen

Die Verbuchung von erhaltenen Anzahlungen erfolgt bereits unterjährig. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses ist eine Bewertung der Anzahlungen nach der Brutto- oder Nettomethode möglich.

7.   Bewertung und Abzinsung von Rückstellungen

Bevor eine Rückstellung passiviert werden kann, ist genau zu überprüfen, ob die Voraussetzungen, die das Handels- und Steuerrecht an Rückstellungen stellen, erfüllt sind. Ist für eine Rückstellung die Bilanzierung dem Grunde nach gegeben, folgt die Bewertung der Rückstellung (Bilanzierung der Höhe nach). Hierbei sind Besonderheiten wie bspw. die Abzinsung zu berücksichtigen.

8.   Umsatzsteuerliche Sachverhalte

Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung sind umsatzsteuerliche  Themen bedeutend (z.B. Berichtigung der Umsatzsteuer bei einzelwertberichtigten Forderungen oder Privatentnahmen). Bei der Entwicklung des Umsatzsteuerbilanzwertes sollten grundsätzliche Fragestellungen wie die Gelangensbestätigung oder Reverse-Charge-Verfahren, die im Rahmen der Finanzbuchhaltung bereits relevant sind, nochmals aufgegriffen werden. 

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Seminar "Von der Buchführung zur Bilanz" mit Frau Dr. Ruth-Caroline Zimmermann

zur Übersicht