7 Sonderausgaben an die Sie denken sollten…

Einkommensteuer

Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen liegt der Schwerpunkt der Arbeiten regelmäßig bei der Ermittlung der Einkünfte. Nicht „zu kurz“ kommen dürfen aber auch die Sonderausgaben, da hier einiges an Steuersparpotenzial schlummert. Neben den klassischen Vertretern wie Vorsorgeaufwendungen und Kirchensteuer, sollten Sie die folgenden Sonderausgaben nicht vergessen:

1.    Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten

Werden auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt, können diese zusätzlich zum Höchstbetrag von 13.805 EUR geltend gemacht werden. Als Unterhaltsleistung kann auch eine unentgeltliche Wohnungsüberlassung zu berücksichtigen sein, H 10.2 EStH.

2.     Kinderbetreuungskosten

Nicht nur Kindergarten- und Krippenbeiträge sind zu berücksichtigen. Auch Kosten für die private Betreuung - z.B. durch die eigenen Großeltern - können geltend gemacht werden. In diesen Fällen sollten jedoch die Voraussetzungen des BMF-Schreibens vom 14.03.2012 (BStBl 2012 I S. 307) eingehalten werden.

3.     Berufsausbildungskosten von bis zu 6.000 EUR für eine Erstausbildung oder ein
        Erststudium

Besser als der Sonderausgabenabzug ist eine Berücksichtigung als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben, da so auch Verluste vorgetragen werden können. WK oder BA liegen dann vor, wenn bereits eine erstmalige Berufsqualifikation vorhanden ist. Strittig ist, ob auch die Kosten der Erstausbildung und des Erststudiums als WK oder BA abzugsfähig sind. Diese Frage wird das BVerfG klären.

4.     30 % des Schulgelds für anerkannte allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen

Maximal sind 5.000 EUR zum Abzug zugelassen. Nicht begünstigt sind Kosten für Nachhilfeeinrichtungen, Musikschulen, Sportvereine und Feriensprachkurse.

5.     Spenden an steuerbegünstigte Einrichtungen und Parteispenden

Achtung bei Parteispenden: Diese mindern i.H.v. 50 % gem. § 34g EStG direkt die tarifliche Einkommensteuer. Dies gilt im Rahmen des § 34g EStG jedoch nur für Ausgaben bis zur Höhe von 1.650 EUR (bzw. 3.300 EUR bei Zusammenveranlagung). So können vor der tariflichen Einkommensteuer 825 EUR (1.650 EUR bei Zusammenveranlagung) abgezogen werden. Darüber hinausgehende Parteispenden können zusätzlich, wiederum i.H.v. bis zu 1.650 EUR bzw.
3.300 EUR, nach § 10b Abs. 2 EStG als Sonderausgaben abgezogen werden.

6.     Versorgungsleistungen

Seit 2008 sind nur noch wiederkehrende Zahlungen, die für die Übertragung von Betrieben, Teilbetrieben, Mitunternehmeranteilen und - bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen - GmbH-Anteilen im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge geleistet werden, begünstigt. Für „Altverträge“ ist die Übergangsregelung in § 52 Abs. 18 EStG zu berücksichtigen.

7.     Steuerberatungskosten

… sind bereits seit 2006 nicht mehr als Sonderausgaben zu berücksichtigen. Mittlerweile ist auch geklärt, dass diese Nichtberücksichtigung verfassungsgemäß ist. Steuerbescheide ergehen insoweit nicht mehr vorläufig (BMF-Schreiben vom 25.04.2013, BStBl 2013 I S. 459).

Einen umfassenden Überblick für die Erstellung von Einkommensteuererklärungen - insbesondere auch im Hinblick auf die zu berücksichtigenden Rechtsänderungen - bietet unser Tagesseminar „Einkommensteuererklärung 2014“. 

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