6 Strategien, die Sie bei der Handhabung von säumigen Schuldnern kennen sollten

Ihr Schuldner zahlt nicht? Diese Strategien sollen Ihnen helfen, gegen säumige Schuldner vorzugehen.

1.   Abgestuft vorgehen

Geschäftspartner mit individuell gestalteten Mahnbriefen, die persönlich unterzeichnet werden, mahnen. Erst wenn dies nichts nützt, ein zwangsweises Vorgehen androhen. Anders bei Schuldnern, mit denen man nur ein einmaliges Schuldverhältnis hat: Hier genügen schematisierte Mahnschreiben. Danach kann, wenn keine Reaktion erfolgt, gleich das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet werden.

2.   Die Bezahlung erleichtern

Dem Mahnschreiben immer ausgefüllte Überweisungsformulare beifügen. Menschen scheuen oft das Ausfüllen von Formularen.

3.   Keine leeren Drohungen

Wurde mit der Durchführung eines gerichtlichen Mahnverfahrens gedroht und dem Schuldner noch eine letzte Frist zur Zahlung gesetzt, so muss nach Fristablauf das Mahnverfahren auch tatsächlich eingeleitet werden. Sonst glaubt der Schuldner auch in späteren Fällen nicht mehr, dass es der Gläubiger mit der gerichtlichen Durchsetzung seines Anspruchs tatsächlich ernst meint.

4.   Falsche Signale vermeiden

Mahnungen nie durchnummerieren, denn der versierte Schuldner erwartet sonst, dass einer "ersten Mahnung" auch eine "zweite" und sogar noch eine "dritte und letzte" folgt mit dem Ergebnis, dass er sich noch ein paar Wochen länger Zeit mit dem Zahlen lässt. Wer knapp bei Kasse ist, verzögert die Zahlung, so lange es geht.

5.   Hartnäckig bleiben

Die Kosten für die Erlangung eines gerichtlichen Vollstreckungstitels sind meist auch dann nicht umsonst aufgewendet, wenn beim Schuldner zunächst im Wege der Zwangsvollstreckung nichts zu holen ist. Eine mit Vollstreckungstitel versehene Forderung verjährt regelmäßig erst in 30 Jahren, § 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB, einem Zeitraum, in dem der Schuldner durchaus wieder zu Geld kommen kann.

6.   Die Verjährung beachten

Eine Mahnung unterbricht nie die Verjährung! Rechtzeitig das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Denn erst mit Zustellung 

  • des Mahnbescheids im Mahnverfahren oder
  • des Europäischen Zahlungsbefehls im Europäischen Mahnverfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 1896/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.12.2006 zur Einführung eines Europäischen Mahnverfahrens, ABl. EU Nr. L 399 S. 1 

wird die Verjährung gehemmt, § 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB.

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