5 umsatzsteuerliche Gebiete, die Sie unterscheiden sollten

Umsatzsteuer

Das Umsatzsteuerrecht kennt im Wesentlichen 5 Gebiete, die für die Besteuerung von Auslandssachverhalten von Bedeutung sind.

Für die richtige umsatzsteuerliche Beurteilung ist es erforderlich die folgenden Gebiete zu unterscheiden:

1.   Inland

Der Inlandsbegriff ist insbesondere für die Steuerbarkeit von Leistungen von Bedeutung. Zum Inland gehören gem. § 1 Abs. 2 Satz 1 UStG neben dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland auch die 12 Meilen-Zone von der Strandlinie bis zur Hoheitsgrenze sowie die deutschen Schiffe und Flugzeuge in Gebieten, die zu keinem Zollgebiet gehören. Nur Umsätze die im Inland ausgeführt werden unterliegen der deutschen Umsatzsteuer.

Nicht zum Inland gehören hingegen Helgoland, das von der Schweiz umschlossene Büsingen, sowie die Freihäfen Bremerhaven und Cuxhaven. Lieferungen in diese Gebiete können als Ausfuhren steuerfrei sein.

2.   Gemeinschaftsgebiet

Das Gemeinschaftsgebiet i.S.d. § 1 Abs. 2a Satz 1 UStG umfasst das Gebiet der EU-Mitgliedstaaten. Dazu gehört auch das Inland. Die Überseegebiete von Frankreich und Großbritannien zählen allerdings nicht zum Gemeinschaftsgebiet. Seit dem 01.07.2013 gehört auch Kroatien zur EU. Eine vollständige Liste der EU-Mitgliedstaaten enthält Abschn. 1.10 des Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE).

3.   Übriges Gemeinschaftsgebiet

Der Begriff „übriges Gemeinschaftsgebiet“ erklärt sich aus der dahinter stehenden nationalen Sichtweise. Demnach ist das übrige Gemeinschaftsgebiet das Gebiet der EU-Mitgliedstaaten ohne das (deutsche) Inland i.S.d. § 1 Abs. 2 Satz 1 UStG. Nur bei Lieferungen aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet oder in das übrige Gemeinschaftsgebiet sind ein innergemeinschaftlicher Erwerb oder eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung möglich.

Wenn ein im Inland ansässiger Unternehmer eine Werklieferung oder sonstige Leistung an einen im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmer erbringt, findet regelmäßig das Reverse-Charge-Verfahren Anwendung.

4.   Drittland

Drittlandsgebiet ist gem. § 1 Abs. 2a Satz 3 das Gebiet, was nicht zum Gemeinschaftsgebiet gehört. Steuerfreie Ausfuhren sind nur möglich, wenn eine Lieferung in das Drittland erfolgt. Zum Drittland gehören auch die Freihäfen, Helgoland und Büsingen.

5.   Ausland

Der Auslandsbegriff ist am weitesten gefasst. Ausland sind nach § 1 Abs. 2 Satz 2 UStG alle Gebiete, die kein Inland sind. Von Bedeutung ist der Auslandsbegriff z.B. bei einer Ausfuhr, wenn der Käufer die Waren selbst abholt. Für eine steuerfreie Ausfuhr ist es dann erforderlich, dass der Käufer ein ausländischer Abnehmer mit Sitz oder Wohnort im Ausland ist. Sitz oder Wohnort im Drittland sind hingegen nicht erforderlich.

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