5 Praxisfälle zum neuen Reisekostenrecht, die Sie kennen sollten…

Ertragsteuerrecht

Von der Reform des steuerlichen Reisekostenrechts sind besonders viele Steuerpflichtige betroffen.

In der Praxis treten Mandanten vermehrt mit Fragen zur zukünftigen Berücksichtigung von Reisekosten an ihren steuerlichen Berater heran. Um in solchen Situationen sicher und flexibel reagieren zu können, sollten sie 5 häufig auftretende Fälle kennen:

1.     Homeoffice
Arbeitnehmer, die ausschließlich im eigenen Homeoffice und bei Kunden tätig werden, können für die Tätigkeit beim Kunden Reisekosten geltend machen. Ohne dauerhafte, arbeitsrechtliche Zuordnung des Arbeitnehmers zu einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers oder eines Kunden, liegt in diesen Fällen keine erste Tätigkeitsstätte vor. Bei Einsätzen außerhalb des Homeoffice handelt es sich daher um Auswärtstätigkeiten. 

2.     Leiharbeitnehmer
In der Regel haben Leiharbeitnehmer beim Entleiher keine erste Tätigkeitsstätte und können Werbungskosten nach den Grundsätzen für Reisekosten abziehen. Alternativ ist in diesen Fällen auch eine steuerfreie Erstattung von Werbungskosten durch den Arbeitgeber möglich. Nur wenn der Einsatz an einer betrieblichen Einrichtung des Entleihers von vornherein länger als 48 Monate geplant ist, mit einer Übernahmezusage verbunden ist oder unbefristet erfolgt, liegt eine erste Tätigkeitsstätte vor. 

3.     Studenten
Vollzeit-Studenten haben nach der gesetzlichen Neuregelung an der Uni oder Fachhochschule eine erste Tätigkeitsstätte. Reisekosten können daher nicht als Sonderausgaben bzw. in den Fällen eines Zweitstudiums als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Diese Einschränkung gilt jedoch nur für ein Vollzeitstudium, also dann wenn keine oder eine Erwerbstätigkeit von weniger als 20 Wochenstunden oder nur ein Minijob ausgeübt wird. 

4.     Monteure, Bus- oder LKW-Fahrer
Monteure, Bus- oder LKW-Fahrer haben ohne arbeitsrechtliche Festlegung durch den Arbeitgeber regelmäßig keine erste Tätigkeitsstätte. Wird allerdings arbeitstäglich ein fester Ort aufgesucht, von dem aus die Arbeit aufgenommen wird (z.B. Sammelpunkt, Bus- oder LKW-Depot), können für diese Fahrten keine Reisekosten, sondern nur die Fahrtkostenpauschale von 0,30 € pro Entfernungskilometer geltend gemacht werden. 

5.     Selbstständige
Die Finanzverwaltung hat sich bisher noch nicht abschließend dazu geäußert, welche Folgen sich aus der Reform des Reisekostenrechts für Selbstständige ergeben. Laut einem Entwurf des BMF sollen die für Arbeitnehmer geltenden Änderungen jedoch weitgehend auf Selbständige übertragen werden können.  

Unser Seminar „Rund ums Reisen - Das neue Reisekostenrecht in der tägl. Praxis“ bietet einen Überblick über die gesetzliche Neuregelung und geht ausführlich auf verschiedene Praxisfälle ein.

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