5 Bilanzen der Personengesellschaft, die Sie kennen müssen…

Einkommensteuer

Personengesellschaften haben im Steuerrecht einen „Sonderstatus“, der dem Praktiker spätestens bei Erstellung der komplexen und umfangreichen Feststellungserklärung vor Augen geführt wird. Für eine sichere und schnellere Bearbeitung müssen Sie die folgenden Bilanzen bei Mitunternehmerschaften unterscheiden können:

1.   Handelsbilanz

Bei der Handelsbilanz handelt es sich um die rechtsgültige, nach handelsrechtlichen Vorschriften erstellte Bilanz der Personengesellschaft. In der Handelsbilanz ist ausschließlich das Vermögen der Gesellschaft selbst zu erfassen. 

2.   Steuerrechtliche Gesamthandsbilanz

Steuerrechtliche Änderungen, die die Gesellschaft selbst betreffen, sind in der steuerrechtlichen Gesamthandsbilanz zu berücksichtigen. Sie ergibt sich durch Anpassung der Handelsbilanz aufgrund von steuerrechtlichen Ansatz- oder Bewertungsvorschriften (z.B. § 5 und § 6 EStG). 

3.   Ergänzungsbilanz

Ergänzungsbilanzen sind Bilanzen, in denen steuerrechtliche Mehr- oder Minderwerte des Gesellschaftsvermögen erfasst werden, die nur einen Gesellschafter betreffen. Ergänzungsbilanzen werden insbesondere durch Austritt und Eintritt von Gesellschaftern erforderlich. 

4.   Sonderbilanz

Das Sonderbetriebsvermögen von Gesellschaftern ist in Sonderbilanzen zu bilanzieren. Welche Wirtschaftsgüter zum Sonderbetriebsvermögen gehören ist in R 4.2 Abs. 2 EStR geregelt. Insbesondere handelt es sich um Wirtschaftsgüter die zivilrechtlich einem Gesellschafter gehören und von diesem der Gesellschaft zur Nutzung überlassen werden. 

5.   Steuerbilanz der Gesellschaft

Die Steuerbilanz der Gesellschaft ist das Ergebnis aus den vorstehend genannten Bilanzen. Aus der Steuerbilanz ergibt sich der Gesamt-Steuerbilanzgewinn der Mitunternehmerschaft. Außerbilanzielle Korrekturen, z.B. nach § 4 Abs. 5 EStG, sind auch bei Personengesellschaften außerhalb der Steuerbilanz zu berücksichtigen.

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