4 Tipps, die Ihnen die Anpassung nach einer Betriebsprüfung leichter machen…

Formal ist die Betriebsprüfung nach § 12 Abs. 3 BpO mit dem Erlass geänderter Steuerbescheide bzw. der schriftlichen Mitteilung über eine ergebnislose Prüfung abgeschlossen. Für den Steuerberater ist die Arbeit an dieser Stelle aber noch nicht zu Ende.

Feststellungen des Prüfers wirken sich regelmäßig auch in den zukünftigen Jahresabschlüssen aus und müssen als "Anpassung an die Betriebsprüfung" berücksichtigt werden. Das ist mitunter knifflig. Die folgenden Tipps sollten es Ihnen aber  etwas leichter machen:

1.    Anpassung geänderter Bilanzposten

Die Anpassung der Wertansätze erfolgt in der Steuerbilanz von Einzelunternehmen und Personengesellschaften durch erfolgsneutrale Buchung über das Kapitalkonto im ersten auf die Betriebsprüfung folgenden Jahresabschluss.

2.    Entnahmen und Einlagen

Bei Feststellungen zu den Entnahmen und Einlagen, z.B. bei der privaten Pkw-Nutzung, ergeben sich ggf. keine unmittelbaren Auswirkungen auf einzelne Bilanzpositionen. Eine Anpassung an die Prüferbilanz ist dann nicht erforderlich. Für Zwecke des Schuldzinsenabzugs nach § 4 Abs. 4a EStG müssen aber auch die im Rahmen der Prüfung festgestellten Entnahmen und Einlagen aufgezeichnet werden.

3.    Steuerlicher Ausgleichsposten

Der steuerliche Ausgleichsposten ist eine Besonderheit bei Kapitalgesellschaften, der in Folge einer Betriebsprüfung entstehen kann. Dabei handelt es sich um die Gegenposition der vom Prüfer festgestellten Abweichungen zur bisherigen Steuerbilanz. Der steuerliche Ausgleichsposten stellt Eigenkapital dar und wird im laufenden Jahr nach der Prüfung darüber auch aufgelöst. In der Handelsbilanz werden die Feststellungen des Prüfers im laufenden Jahr (nach der Prüfung) erfolgswirksam gebucht, da der handelsrechtliche Jahresabschluss regelmäßig nicht mehr geändert werden kann.

4. Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und steuerfreie Einnahmen

Der Prüfer hat den Betriebsausgabenabzug nicht zugelassen, weil Anlass und Teilnehmer nicht dokumentiert sind? Ärgerlich! Aber wenigstens können Sie sich Anpassungen an die Prüferbilanz insoweit sparen…

Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und steuerfreie Einnahmen sind außerbilanzielle Korrekturen des steuerlichen Gewinns. Da Sie keine unmittelbare Auswirkung auf einzelne Bilanzpositionen haben, ist auch eine Anpassung an die Prüferbilanz nicht erforderlich.

Auch wenn Sie unsere Tipps beherzigen, sind die Anpassungen nach Betriebsprüfung aufgrund zahlreicher Besonderheiten schwierig und zeitraubend. Unser Halbtagesseminar "Anpassung nach Betriebsprüfung" bietet Lösungen für eine schnelle Umsetzung in der täglichen Praxis.

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