3 Dinge zum Reverse-Charge-Verfahren, die Sie beachten müssen!

In den letzten Jahren wurde die Regelung des § 13b UStG mehr und mehr ausgeweitet. Mittlerweile ist das Reverse-Charge-Verfahren bei Weitem keine Ausnahme mehr. Eine sicherer Umgang mit den entsprechenden Regelungen ist daher für uns Berater ein absolutes Muss.

Auch die folgenden Besonderheiten sollten Sie kennen:

1.     Leistungen für den Privatbereich

Das Reverse-Charge-Verfahren ist nur anzuwenden, wenn der Leistungsempfänger ein Unternehmer (oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts) ist. Dies bedeutet aber nicht, dass die Leistung auch für den unternehmerischen Bereich bezogen worden sein muss. Wird eine Leistung i.S.d. § 13b UStG für den privaten Bereich des Unternehmers erbracht, so schuldet er auch in diesen Fällen die Umsatzsteuer!

Beispiel: Ein Bauunternehmer mit entsprechender Bescheinigung des Finanzamts lässt in seinem privaten Wohnhaus die Fenster erneuern.

2.     Ausländische Leistungsempfänger

Erbringt ein im Ausland ansässiger Unternehmer eine im Inland steuerbare und steuerpflichtige Leistung, für die das Reverse-Charge-Verfahren gilt, an einen ebenfalls im Ausland ansässigen Unternehmer, so wird der ausländische Leistungsempfänger Steuerschuldner der deutschen Umsatzsteuer. Dies macht eine umsatzsteuerliche Registrierung in Deutschland erforderlich.

Beispiel: Ein ausländischer Makler vermittelt einem ebenfalls im Ausland ansässigen Unternehmer den Kauf eines in Deutschland belegenen Grundstücks.

3.     Kleinunternehmer

Auch Kleinunternehmer sind Unternehmer. Sie können daher gem. § 13b UStG als Leistungsempfänger Steuerschuldner sein. In diesen Fällen wäre eine entsprechende Steuererklärung vom Kleinunternehmer abzugeben. Der Vorsteuerabzug hingegen ist ausgeschlossen.

Beispiel: Ein Kleinunternehmer lädt Software aus dem Internet von einem ausländischen Anbieter.

Unser Seminar "Reverse-Charge-Verfahren: Rechtssicherheit in Deutschland und der EU" geht ausführlich und systematisch auf das Thema ein. Grundlagen und Besonderheiten werden an Praxisfällen erläutert und helfen dabei § 13b UStG sicher im Griff zu haben.

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