10 wichtige Dinge, die bei einer Durchsuchung durch die Steuerfahndung in den Räumen der Kanzlei zu beachten sind

Im Rahmen von Strafverfahren gegen einen Mandanten stellt die Durchsuchung der Kanzlei durch z.B. die Steuerfahndung ein zentrale und belastende Ermittlungsmaßnahme dar.

Die Grundlage für das weitere Strafverfahren und etwaige Steuernachforderungen könnte hier gelegt werden. Der Steuerberater und Verteidiger ist verpflichtet, den drohenden Schaden des Mandanten zu begrenzen.

Die nachfolgenden Verhaltensregeln können nur als grobe Orientierung in einem solchen Falle verstanden werden. Eine sofortige Hinzuziehung entsprechender juristischer Fachkompetenz ist immer zu empfehlen: 

  1. Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss aushändigen lassen
  2. Prüfen, ob der Durchsuchungsbeschluss die Rechtsgrundlage des § 109 StPO nennt: Dann dient die Maßnahme der Durchsuchung beim Berater als unverdächtigem Dritten. Ist hingegen § 102 StPO genannt, wird beim Berater als Verdächtigen durchsucht (dann Schweigerecht, Verteidiger konsultieren).
  3. Alsbaldige Kontaktaufnahme mit dem Mandanten.
  4. Mitarbeiter als Zeugen hinzuziehen.
  5. Unterlagen heraussuchen und Suchhilfe anbieten, aber Herausgabe nur unter Widerspruch. Dieser muss im Beschlagnahmeprotokoll dokumentiert werden.
  6. Auskünfte über das Mandatsverhältnis nur bei Entbindung von der Schweigepflicht.
  7. Ist ein Beschlagnahmeverbot gem. § 97 StPO streitig, darf das betreffende Dokument nur in versiegelter Form zwecks Vorlage beim Richter herausgegeben werden.
  8. Übersicht über die beschlagnahmten Unterlagen anfertigen und wichtige Unterlagen vor Herausgabe kopieren. Nur so kann später der Kenntnisstand der Behörde/Staatsanwaltschaft eingeschätzt werden.
  9. Im Beschlagnahmeprotokoll müssen alle beschlagnahmten Gegenstände hinreichend bestimmt beschrieben werden.
  10. Bei Weggehen der Prüfer muss eindeutig geklärt sein, ob die Durchsuchung beendet ist (ansonsten Gefahr der späterer Fortsetzung). Während der Durchsuchung stets prüfen, ob die Durchsuchung beendet werden muss: Der Beschluss gilt mit Herausgabe des gesuchten Gegenstandes als erschöpft.
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