Das Urteil zum zeitlich vorgezogenen Gewinnverwendungsbeschluss müssen alle kennen!

Haas - Steuernachrichten

Mit einem entsprechenden Gesellschafterbeschluss kann der Verkäufer doch noch die Jahresausschüttung erhalten.

Wie kann geregelt werden, dass beim GmbH-Geschäftsanteilsverkauf zum 31.12. die Gewinne des laufenden Jahres, die im Folgejahr ausgezahlt werden, noch zu den Einkünften aus Kapitalvermögen des ausscheidenden Gesellschafters gehören?

Der BFH akzeptierte folgende Vereinbarung:

"Die Beteiligten sind darüber einig, dass der Veräußerin in Bezug auf den vorstehend übertragenen Geschäftsanteil für die Zeit vom 01.01.2007 an keinerlei Ansprüche gegenüber der Gesellschaft mehr zustehen, soweit nachstehend nicht etwas anderes vereinbart wird. Abweichend vom Vorstehenden steht L noch die Tantiemezahlung für das Jahr 2007 zu. Diese soll ausgezahlt werden nach Erstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2007.

Die Gewinne, die bis einschließlich 31.12.2007 erwirtschaftet werden (2007 erwirtschaftete Gewinne und Gewinnvorträge), stehen L zu ½-Anteil zu, soweit sie nicht bereits ausgeschüttet wurden. Sie werden vollständig im Jahr 2008 als Dividende ausgeschüttet. B verpflichtet sich, erforderlichenfalls entsprechende Gesellschafterbeschlüsse zu fassen."

Vorsicht

Sie sollten vorsichtshalber einen zeitlich vorgezogenen Gewinnverwendungsbeschluss mit allen Gesellschaftern fassen, nicht nur zwischen Verkäufer und Käufer.

Fundstelle
BFH-Urteil, 13.03.2018, IX R 35/16

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